Jagd

Adeliges Privileg und Symbol der Macht

Mit der Sesshaftigkeit der Menschen wurde das Jagen für die allgemeine Bevölkerung weniger wichtig. Stattdessen hielten sie Haustiere und betrieben Ackerbau und Viehzucht, um ihre Nahrung zu sichern. So machte sich der Adel die Jagd im Mittelalter zu einem besonderen Recht.

Wer durfte jagen?
Es wurden Jagdgesetze eingeführt, die regelten, wer zum Jagen berechtigt war. Man konnte nicht mehr einfach auf seinem eigenen Land jagen. Besondere Wälder, die Bannforste genannt wurden, waren nur für die Jagd reserviert, und nur der König entschied, wer dort jagen durfte. Jäger mussten teils Geld bezahlen oder Dienste leisten, um jagen zu dürfen. Es gab verschiedene Arten der Jagd. Die hohe Jagd war dem hohen Adel vorbehalten und sie jagten große Tiere wie Hirsche, Auerwild, Stein- und Seeadler, Kraniche, Fasane, Bären und Luchse.

Die niedere Jagd war dem niederen Adel und der Kirche vorbehalten. Sie jagten kleinere Tiere wie Rehe, Wildschweine, Feldhasen, Wildkaninchen, Füchse, Marder und Enten.

Arabische Jagdkunst
Zur Zeit von Kaiser Friedrich II. wurde die Jagd mit Falken, die Beizjagd genannt, sehr beliebt. Die Europäer lernten viel von arabischen Falknern und verbesserten ihre Techniken in der Falknerei.

So wurde damals gejagt 
Die Beizjagd war eine besondere Art der Jagd, bei der Menschen trainierte Greifvögel wie Falken oder Adler benutzten, um andere Tiere zu fangen. Die Vögel flogen los, fingen das Tier und brachten es zurück. Die Treib- und Hetzjagd zu Pferde mithilfe einer abgerichteten Hundemeute und Jagdgehilfen war im Mittelalter bei den Adeligen besonders beliebt. Die Treibjagden gleichen großen Festen, an denen viele Adelige als Jäger teilnahmen und die ein besonderes gesellschaftliches Ereignis darstellten. 

Bei der Fangjagd oder Fallenjagd wurden mit verschiedenen Fallen nicht nur kleine Tiere sondern auch gefährliche Tiere wie Wölfe und Wildschweine sicher gefangen. Fische und andere Tiere im Wasser fingen sie, so, wie wir es heute noch tun, mit Speeren und Netzen. Bei der Pirschjagd pirschten sich die Jäger leise und vorsichtig an die Tiere heran, um sie nicht aufzuschrecken. Als Waffen dienten ihnen Sperre oder eine Armbrust. Oft waren auch Hunde dabei, die ihnen halfen, die Tiere zu erspähen.