Rund ums Mittelalter
Reisen
Nur Adelige, Ritter und Bischöfe konnten sich Pferde leisten, denn Pferde zu halten war teuer und aufwändig. Zudem war das Reisen zu Pferd mit einer Tagesleistung von 30 km oft langsamer. Zu Fuß schafften Menschen manchmal mehr und professionelle Briefboten liefen sogar bis zu 80 km am Tag.
Musik
Es gab Instrumente, die hauptsächlich an Königshöfen gespielt wurden. Dazu gehörten die Harfe, die Laute, das Portativ, eine kleine Orgel, der Psalter, eine Art Zitter und die Rotter, ein Saiteninstrument. Instrumente wie die Drehleier, die Schalmei, die Flöte, die Trommel und die Fiedel durften auch anderswo gespielt werden.
Spielzeug
Kinder spielten oft mit Kreiseln, Puppen, Murmeln und Tierfiguren aus Holz und Ton. Wenn die Familie zur reichen Oberschicht zählte, bekamen die Kinder bemalte Vögel aus Keramik und Schaukelpferde, aber auch Musikinstrumente wie Flöte, Tamburin und Trommel.
Waffen
Das Langschwert war eine wichtige Waffe im Mittelalter, aber nicht die einzige. Streitäxte, Kriegshämmer und lange Waffen wie Spieße und Hellebarden waren genauso häufig. Auch der Bogen und die Armbrust waren wichtig, sowohl in Kämpfen als auch bei Belagerungen von Burgen.
Zahnpflege
Beliebt waren Mundspülungen, die den Atem frisch hielten, aus Wein oder Essig mit Kräutern wie Minze und Nelken. Häufig wurden Zähne und Zahnfleisch mit einem Leinentuch gerieben. Gegen hartnäckige Belege wurde das Tuch zuvor angefeuchtet und in gemahlenen Bimsstein, Marmorkalk oder ähnliche Pulver getaucht.
Kindheit
Nur wenige Kinder gingen im Mittelalter zur Schule. Die meisten mussten schon ab etwa sieben Jahren bei der Arbeit helfen. Sie fegten den Hof, fütterten die Tiere, brachten das Vieh auf die Weide, zupften Unkraut, halfen beim Dreschen von Korn oder drehten das Heu, damit es gut trocknete. Zeit zum Spielen gab es selten.
Status
Im Mittelalter gab es eine strenge Standesgesellschaft. Die Menschen wurden in verschiedene Gruppen aufgeteilt. Ganz oben standen die Könige und Adeligen. Danach kamen die Ritter. Die meisten Menschen waren Bauern, die hart arbeiteten und wenig besaßen. Ganz unten in der Gesellschaft waren die Leibeigenen zugeordnet, die wie Eigentum behandelt wurden.
Essen
Das Essen am Hofe war vielfältiger als bei den einfachen Leuten. Es gab oft Fleisch wie Wild, Ente und Gans, dazu exotische Gewürze, getrocknete Früchte und Nüsse. Die Bauern dagegen aßen vor allem Brot, Käse und Schweinefleisch. Ihre Milch kamen von Ziegen und Schafen, sie kochten Brei oder Eintöpfe aus Hafer und Gerste.
